Bitterstoffe gegen „Süßhunger“

Wer kennt ihn nicht? Den kleinen Hunger zwischendurch 😉

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Bitter ist in der Regel der Geschmack, den unsere Zunge am seltensten zu schmecken bekommt. Dies liegt zum einen daran, dass dieser Geschmack nicht ähnliche Glücksgefühle auslöst wie Süßes. Zum anderen hängt es auch damit zusammen, dass wir in den letzten Jahrzehnten den bitteren Geschmack aus unserer Ernährung herausgezüchtet haben. Früher waren generell unsere Salatsorten viel bitterer und auch frische Kräuter fanden in der täglichen Küche mehr Verwendung.

Sicherlich hat uns der extrem bittere Geschmack in den letzten Jahrtausenden vor giftigen Pflanzen beschützt. Aber die leicht bittere Note die uns Kräuter, Salate und Pflanzen lieferten gehörte immer dazu.

Der regelmäßige Verzehr von bitteren Speisen oder auch die gezielte Stimulation durch pflanzliche Bittertropfen oder Bittertees aus der Apotheke haben die folgenden Vorteile:

1. Sie helfen Dir bei Heißhunger nach Süßem

In der Praxis stelle ich immer wieder fest, dass mir Patienten von einer abnehmenden Lust nach Süßem erzählen sobald ich bei ihnen den Geschmack Bitter in den Alltag integriere. So setze ich den Geschmack Bitter mittlerweile gezielt bei häufigem Heißhunger auf Süßes ein. Dies kann durch Tees, Tropfen aber am besten auch durch bittere Lebensmittel geschehen. Anfangs ist es natürlich hart seinen Süßhunger durch den bitteren Geschmack zu bremsen, aber mit der Zeit stellt sich auch eine gewisse Vorliebe für diesen Geschmack ein.

2. Sie bringen Dein oberes Verdauungssystem in Balance

Bevor der Speisebrei in den Dickdarm gelangt muss er durch die Verdauungssäfte von Magen, Bauchspeichdrüse und Galle erstmal verwertbar gemacht werden. Diese Verdauungssäfte werden in allen drei Organen in gesundem Maß durch Bitterstoffe stimuliert.

  • So bereitet der Magen durch die Eiweißspaltung mit der Magensäure die Eiweißaufnahme im Darm vor.
  • Die Bauchspeicheldrüse als großer Basenlieferant neutralisiert erstmal die im Speisebrei enthaltene Magensäure und fügt dem Speisebrei Enzyme für die weiter Verdauung hinzu (Proteasen für die Eiweißspaltung, Amylasen für die Kohlenhydratverdauung und Lipasen für die Fettspaltung).
  • Nachdem in der Leber die Gallenflüssigkeit produziert wurde wird diese in der Gallenblase gespeichert und bei Bedarf abgegeben. Diese Gallenflüssigkeit emulgiert das ankommende Fett und macht es für unseren Körper verwertbar.

Sind nun diese drei Organe in einer gesunden Balance hat der Darm die Möglichkeit den Speisebrei optimal zu verwerten und mehr Vitalstoffe daraus zu ziehen. Auch Verdauungsprobleme wie Blähungen, Durchfälle, Verstopfungen können sich so zum positiven regulieren. Außerdem fördert eine gute Vorverdauung auf gesunde Weise eine bessere Darmflora und unterstützen dadurch ein gesundes Immunsytem .

3. Daily Detox für Dich

Bitterstoffe helfen der Leber nebenbei auch noch zu entgiften 🙂

Bitterstoffquellen

  • Salate (Chicoree, Radicchio, Rucola, Friseesalat, Endivien)
  • Wildpflanzen und Kräuter (zum Verfeinern der Mahlzeiten oder als Tee, junger Löwenzahn ist ein super Lieferant) 
  • „Brotgewürze“ wie zum Beispiel Korriander, Kreuzkümmel, Kümmel und Fenchelsamen

 

Autor: Thomas Zimmermann (Heilpraktiker, M.Sc. & D.O.) – Leopoldstr. 11a & 175 – München – Tel.: 089 – 139 486 62 – info@therapie-zimmermann.de

Therapieschwerpunkte: Osteopathie, ganzheitliche Ernährung, orthomolekulare Medizin

Foto: flickr.com / cyclonebill (CC)

 

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