Warum Folsäure nicht nur in der Schwangerschaft wichtig ist!

Folsäure (Folat) ist ein B-Vitamin, das v.a. durch die Einnahme vor und während der ersten Schwangerschaftsmonaten bekannt ist, um einen Neuralrohrdefekt beim Embryo zu verhindern. Dabei ist der gesundheitliche Nutzen nicht nur für die schwangere Frau und das heranwachsende Leben wertvoll, sondern eigentlich für uns alle! 

In der nationalen Verzehrstudie II (2008) fand man heraus, dass in allen Altersklassen die empfohlenen Tagesdosen nicht zu 100% erreicht werden.

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(Grafik aus der Nationalen Verzehrstudie II (1) entnommen)

So erreichen zwar alle Altersgruppen über 50% der empfohlenen Tagesdosis aber wenn man sich bewusst ist wofür die Folsäure uns nützt wäre ein Wert von 100% wünschenswert.

Aufgaben der Folsäure

Die Folsäure ist bei allen Wachstumsprozessen und der Zellteilung beteiligt. Sie spielt v.a. bei der Blutbildung eine große Rolle. So kann, ebenso wie durch einen Mangel an Vit B12 oder Eisen, auch durch einen Folsäuremangel eine Anämie (Blutarmut) entstehen.

Außerdem ist eine vom Körper umgewandelte Art der Folsäure (Tetrahydrofolsäure) an der Methylierung von Homocystein zu Methionin beteiligt (2). Dies ist vor allem deswegen nennenswert da mittlerweile ein erhöhter Homocysteinspiegel als ein Risikofaktor für koronare Herzerkrankungen und die Entstehung von Arteriosklerose mit all ihren Folgen diskutiert wird.

Mit diesen Auswirkungen ist ein ausgeglichener Folsäurespiegel im Körper nicht nur bei Kinderwunsch essentiell, sondern hat auch präventivmedizinischen Charakter und damit  eine wichtige Rolle für uns alle. Daher sollte auch bei Männern der Folsäurespiegel im Normbereich liegen!

Folsäure in unserer Ernährung

Am besten ist es die Folsäurespiegel über eine gesunde und ausgewogene Ernährung auszugleichen. Vor allem Gemüse liefert Folsäure in hochwertiger Form und dazu noch Enzyme, sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralien und weiter Vitamine. Bei starken Folsäuremangelzuständen kann man die Speicher aber auch mit Tabletten oder sogar Injektionen schnell beeinflussen.

Pflanzliche Folsäure Quellen:

  • grüne Blattgemüse (Spinat, Grünkohl, Kohl)
  • Gemüse (Brokkoli, Spargel)
  • Hülsenfrüchte (Erbsen, Kichererbsen)
  • Getreide (Quinoa, Hafer, Vollkornprodukte)

Tierische Quellen:

  • Eigelb
  • Leber (Allerdings kann die Schadstoffbelastung von Leber groß sein und sie sollte daher aus biologischer Haltung stammen. In der Schwangerschaft sollte Leber außerdem wegen hohen Vit A Konzentrationen nicht verzehrt werden (2).

 

Besonders für Veganer ist wichtig, dass eine ausreichende Versorgung mit Folsäure lange Zeit einen Vit B12 Mangel verschleiern kann, da sie dazu neigen genügend „Folsäurequellen“ zu sich zu nehmen, aber oft kein „Vit B12-Quellen“ in ihrer Ernährung haben. 

Ich empfehle meinen Patienten in der Praxis bei ihrem jährlichen Laborcheck die Folsäure als ganzheitlichen und präventivmedizinischen Parameter mit bestimmen zu lassen.

 

Autor: Thomas Zimmermann (Heilpraktiker, M.Sc. & D.O.) – Leopoldstr. 11a & 175 – München – Tel.: 089 – 139 486 62 – info@therapie-zimmermann.de

Therapieschwerpunkte: Osteopathie, ganzheitliche Ernährung, orthomolekulare Medizin

Quellen:

(1) http://www.mri.bund.de/fileadmin/Institute/EV/NVSII_Abschlussbericht_Teil_2.pdf

(2) Gröber U. Orthomolekulare Medizin: ein Leitfaden für Apotheker und Ärzte ; mit 75 Tabellen. 3., unveränd. Aufl. Stuttgart: Wiss. Verl.-Ges; 2008. 337 p.

Foto: flickr.com / Chiot’s Run (CC)

 

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